Nahwärmenetz-Eignungsgebiet Gewerbegebiet

Das Kirchheimer Gewerbegebiet zwischen Steingau- und Hegelstraße umfasst eine Fläche von knapp 33 Hektar mit rund 160 Gebäuden, die mit einem Wärmebedarf von 11.800 MWh/a einen Anteil von 3,1% am Gesamtwärmebedarf der Kommune aufweisen. Bei den Gebäuden handelt es sich hauptsächlich um gewerbliche und industrielle Liegenschaften. Hinzu kommen die Gebäude des städtischen Bauhofs und ein Schulcampus, die heute schon über ein kleineres Wärmenetz versorgt werden.  Die Wärmeversorgung dieses Netzes erfolgt durch zwei Holzpelletkessel, einem gasbetriebenes Blockheizkraftwerk und einen Heizgaskessel. Die Wärmeversorgung des restlichen Gebäudebestands erfolgt heute hauptsächlich dezentral, zu 73 % über Erdgas und zu 14 % über Heizöl.

Die Abbildung zeigt einen Stadtplan mit eingezeichneten Grundstücksgrenzen, Gebäuden und Straßen, wobei einige Bereiche farblich hervorgehoben sind.
© GeoBasis-DE / BKG (2026) CC BY 4.0

Lage des Wärmenetzeigenungsgebietes Gewerbegebiet Steingau-/Hegelstraße

Machbarkeitsstudie Gewerbegebiet Steingau-/Hegelstraße

Im November 2024 wurde die Firma EGS-plan beauftragt eine vertiefende Machbarkeitsstudie für das Netzeignungsgebiet Innenstadt durchzuführen. Davon liegen erste Ergebnisse der Studie vor.

Potential an erneuerbaren Wärmequellen

Untersuchungen haben ergeben, dass kein nennenswertes Potential an Abwärme von den ansässigen Betrieben oder aus dem Abwasserkanal gewonnen werden kann. Südlich der Bahnlinie gibt es eine Fläche, die für ein Erdsondenfeld und die Aufstellung von Luft-Wasser-Großwärmepumpen geeignet ist. Auf dieser Fläche könnte die Wärme für das Gewerbegebiet Steingau-/Hegelstrasse gewonnen und gleichzeitig ein Teil für das Nahwärmenetz Innenstadt genutzt werden. Für die Wärmegewinnung ist ein Erdsondenfeld mit 270 Erdsonden geplant, die eine Sole/Wasser Wärmepumpe mit ca. 1 MW Leistung versorgt sowie vier Luft/Wasser Wärmepumpen mit je 400 kW Leistung. Derzeit wird die Fläche als Ackerfläche genutzt. Nach dem Setzen der Erdsonden kann die landwirtschaftliche Nutzung fortgeführt werden.

Standorte für eine Heizzentrale

Als mögliche Standorte für eine Heizzentrale wurden sieben Standorte untersucht. Im Ergebnis ist eine Heizzentrale südlich der Bahnlinie entlang der Hegelstraße die günstigste Option, welche die Wärme aus dem Erdsondenfeld und der Luft-Wasser-Großwärmepumpen ins Netz einspeist. Diese Heizzentrale ergänzt die Heizzentrale am Güterbahnhof und ist auch mit dem dortigen Nahwärmenetz verbunden. Somit kann das Biomassekraftwerk auch als Redundanz für die Heizzentrale des Gewerbegebietes genutzt werden. Die Machbarkeitsstudien zu den Wärmenetzeignungsgebieten Innenstadt und Gewerbegebiet haben deshalb einen engen Zusammenhang und werden künftig gemeinsam betrachtet und weiterentwickelt.

Länge der Netztrasse

Für das Nahwärmenetz Gewerbegebiet Steingau-/Hegelstraße wird mit einer Netz-Trassenlänge von ca. 5,5 km gerechnet. Davon wären 4,5 km Verteilleitungen und 1,0 km Hausanschlussleitungen.

Die Karte zeigt ein urbanes Gebiet mit zwei markierten Zonen in Rosa, nummeriert als 1 und 2, die potenzielle Heizzentralen darstellen, sowie zwei größeren, weiß umrandeten Gebiete, die die Innenstadt und das Gewerbegebiet darstellen.

1  Heizzentralen-Standort Bahnhofsareal

  • Nutzt Nähe zu Gewerbegebiet und Innenstadt
  • Nach Abstimmung mit Stadtwerken und Stadtplanungsamt favorisiert
  • Künftige Einbeziehung in Stadtplanung Güterbahnhof und/oder Bahnhofsareal

2 Freifläche südlich der Bahntrasse

  • Aktuell: Landwirtschaftliche Fläche
  • Nutzung Geothermie und Landwirtschaft möglich
  • Technikfläche und Luft/Wasser-Wärmepumpen

Wie ist der weitere zeitliche Ablauf?

Ein Zeitstrahl zeigt den Fortschritt einer kommunalen Projektplanung von Mai 2023 bis Frühjahr 2027, beginnend mit dem Beschluss zur kommunalen Wärmeplanung und endend mit der Projektfortführung im Frühjahr 2027, wobei mehrere wichtige Meilensteine wie die Machbarkeitsstudie und Interessenabfrage markiert sind.
© Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck (Jessica Hörmann)

Aktuelles

Machbarkeitsstudie Innenstadt und Gewerbegebiet: Zwischenbericht im Gemeinderat

In der Gemeinderatsstizung am Mittwoch, den 17.12.2025, wurden seitens der Stadtwerke Kirchheim unter Teck und dem Planungsbüro EGS-Plan die ersten Zwischenergebnisse der derzeit laufenden Machbarkeitsstudien zu den Nahwärmenetzeignungsgebieten in der Kirchheimer Innenstadt und im Gewerbegebiet zwischen Steingau-- und Hegelstraße vorgestellt. Als Zeitpunkt für den Abschluss aller vier Bauabschnitte geht die Machbarkeitsstudie vom Jahr 2043 aus. Auch die Kosten sind erheblich. Zum jetzigen Zeitpunkt wären es 58,5 Millionen Euro. Zu finanzieren wäre dieses Paket einerseits durch Fördermittel, die in Aussicht stehen. Andererseits ist an ein Wärmenetz-Kooperationsmodell gedacht, an dem sich außer den Stadtwerken auch andere Investoren beteiligen.

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