„Wohnen im Wandel“: Fachveranstaltung zeigt neue Wege für die Nutzung von Wohnraum im Bestand

Pressemitteilungen

Wie kann bestehender Wohnraum besser genutzt und gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Fortbildungsveranstaltung „Wohnen im Wandel“, die die Stadt Kirchheim unter Teck gemeinsam mit der Kammergruppe Esslingen II der rchitektenkammer Baden-Württemberg ausrichtete. Mehr als 50 Expertinnen und Experten aus Architektur, Innenarchitektur und Stadtplanung nahmen daran teil.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Strategien zur effizienten Nutzung bestehender
Wohnflächen als Alternative zu Neubaugebieten auf der grünen Wiese. Ein besonderer
Fokus lag auf Einfamilienhäusern, die nach dem Auszug der Kinder häufig nicht mehr
vollständig genutzt werden. In Deutschland liegt die durchschnittliche Wohnfläche pro
Person in solchen Haushalten bei rund 83 Quadratmetern und damit deutlich über dem
Durchschnitt.


„Wenn Menschen ihre Wohnsituation an ihre aktuellen Bedürfnisse anpassen – etwa durch
barrierefreie Umbauten, die Teilung von Gebäuden oder gemeinschaftliche Wohnformen –
profitieren sowohl die Eigentümerinnen und Eigentümer als auch Wohnungssuchende“,
erläutert Jessica Hörmann, Sanierungsmanagerin der Stadt Kirchheim unter Teck. Ziel sei
es, die Wohnqualität zu verbessern und gleichzeitig zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Einen wissenschaftlichen Impuls lieferte die Stadtforscherin Verena Loidl aus Stuttgart. Sie
stellte Ansätze zur Weiterentwicklung älterer Einfamilienhausgebiete sowie das Projekt
„Mehr Leben im Eigenheim“ des Landes Baden-Württemberg vor. Dabei betonte sie
insbesondere die soziale Dimension des Wohnens: Neben Barrierefreiheit spiele für viele
ältere Menschen auch das Leben in Gemeinschaft und stabilen Nachbarschaften eine
zentrale Rolle.


Zum Abschluss stellte Gernot Pohl die stadtplanerische Strategie der Teckstadt vor. Dabei
konnte Kirchheims Stadtplaner aufzeigen, wie bestehende Siedlungsstrukturen gezielt
weiterentwickelt und durch ergänzende Nutzungen wie öffentliche Begegnungsräume,
Gemeinschaftsgärten oder Quartierstreffpunkte gestärkt werden. Gleichzeitig bestehen
weiterhin erhebliche Potenziale im Bestand: Derzeit stehen in Kirchheim unter Teck rund 121
Wohngebäude seit mindestens sechs Jahren leer – das entspricht in etwa der Größe eines
gesamten Wohngebiets.


Die Veranstaltung unterstrich die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Planungspraxis
und Wissenschaft und zeigte konkrete Wege auf, wie bestehende Wohnstrukturen
zukunftsfähig weiterentwickelt werden können.

„Die Kommune spielt eine entscheidende Rolle dabei, Menschen bei der Anpassung ihrer
Wohnsituation zu unterstützen“, so Hörmann. Die Stadt bietet daher eine unverbindliche
Orientierungsberatung an, in der gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern individuelle
Lösungen erarbeitet werden – von der Umgestaltung des Eigenheims bis hin zu neuen
Wohnformen oder einem Umzug. Interessierte können sich unter folgendem Link für eine
Wohnraumberatung anmelden: https://waermewende.kirchheim-teck.de/Wohnen-im-Wandel