Kommunale Wärmeplanung

Für Heizung und Warmwasser wird ungefähr die Hälfte der Energie in Kirchheim unter Teck eingesetzt und es entstehen dabei mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen. Mit der kommunalen Wärmeplanung wird das Ziel verfolgt die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 klimaneutral um zu gestalten. Dazu wurde das Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck mit seinen Stadtteilen in 154 Teilgebiete, sogenannte Cluster, eingeteilt, in denen jeweils ähnliche Bedingungen vorliegen. Der erste kommunale Wärmeplan wurde am 17.05.2023 vom Gemeinderat verabschiedet. Die Ergebnisse können in Form des Abschlussberichts und sogenannter Clustersteckbriefe auf dieser Seite heruntergeladen werden.

Dezentrale Versorgung oder Wärmenetzeignungsgebiet? Die Wärmekarte!

Ein Ergebnis der kommunalen Wärmeplanung ist, dass untersucht wurde, in welchem der 154 Cluster die Wärmeversorgung dezentral in den einzelnen Gebäuden am sinnvollsten ist und welche Cluster potentiell für die Wärmeversorgung über ein Nahwärmenetz geeignet sind. Für diejenigen Cluster, die für ein Wärmenetz geeignet sind, muss in einem nächsten Schritt eine vertiefende Machbarkeitsstudien erstellt werden.

Diese Machbarkeitsstudie ermittelt im Detail die verfügbaren Potentiale an klimaneutraler Wärme sowie mögliche Standorte für die Wärmegewinnung, die Heizzentrale und für Wärmespeicher. Zudem werden die Bewohner informiert und das Interesse an einer Nahwärmeversorgung abgefragt sowie die Wirtschaftlichkeit für verschiedene Varianten berechnet. Diese Machbarkeitsstudien können nicht alle gleichzeitig durchgeführt werden. Aus der zeitlichen Staffelung der Machbarkeitsstudien sind deshalb die Cluster in der Wärmekarte 4 Prioritäten zugeordnet.

So können Sie die Wärmekarte nutzen

Geben Sie in das Feld auf der Karte Ihre Adresse ein. Sie werden dann zum entsprechenden Cluster weitergeleitet und bekommen die wichtigsten Informationen dazu. Die Clustergrenzen sind jedoch nicht starr. Wohnen Sie am Rand eines Clusters, für das eine dezentrale Versorgung vorgesehen ist und dieses grenzt an ein Wärmenetzeignungsgebiet an? Dann kann geprüft werden, ob das Gebäude gegebenenfalls in ein Nahwärmenetz eingebunden werden kann.

Für jedes Cluster liegen darüber hinaus weitere Informationen in Form eines Clustersteckbriefs vor. Den Clustersteckbriefe sehen Sie, wenn Sie auf das entsprechende Cluster klicken und dann in der Infobox den Link "Download Steckbrief" anwählen.

Wärmekarte mit Wärmenetzeignungsgebiete

Prioritäten bei den Wärmenetzeignungsgebieten

Priorität 1: Wärmenetzeignungsgebiete, für die bereits eine Machbarkeitsstudie vorliegt bzw. sich in der Ausarbeitung befindet.

Priorität 2: Wärmenetzeignungsgebiete, für die in den nächste 5 Jahren eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden soll. Dazu zählen das Wärmenetzeignungsgebiet Innenstadt, Schafhof, Nabern und das Industriegebiet Steingau-/Hegelstraße.

Priorität 3: Wärmenetzeignungsgebiete, bei denen der Zeitpunkt der Durchführung einer Machbarkeitsstudie noch nicht bekannt ist.

Priorität 4: Wärmenetzeignungsgebiete, bei denen die Durchführung einer Machbarkeitsstudie derzeit nicht vorgesehen ist.

Wie wurde der kommunane Wärmeplan erarbeitet?

Bei der kommunalen Wärmeplanung wurde in vier Schritten vorgegangen.

In einem ersten Schritt wurde die Situation der aktuellen Wärmeversorgung in Kirchheim unter Teck analysiert. Hierzu wurden Daten über den Gebäudebestand und die Gebäudenutzung mit Daten über den Wärmeenergieverbrauch zusammen gebracht. Die Daten zum Energieverbrauch wurden von den Energieunternehmen und den Bezirksschornsteinfegern zur Verfügung gestellt. Zur Auswertung wurde das Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck mit seinen Stadtteilen in 154 Teilgebiete, sogenannte Cluster, eingeteilt. Im Jahr 2020 wurden in Kirchheim unter Teck 383 GWh an Wärme verbraucht.

In der folgenden Potentialanalyse wurde zum einen ermittelt, wie viel Wärmeenergie durch die energetische Sanierung der Gebäude und eine Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen eingespart werden könnte. Bis zum Jahr 2040 soll der Wärmeverbrauch um 34 Prozent sinken. Zum anderen wurde untersucht, welche Potentiale es für eine Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien gibt. Dazu gehören Sonnen- und Erdwärme, Biomasse, Wärme aus der Luft sowie die Abwärme aus Abwasser, Flusswasser oder von Unternehmen.

Darauf aufbauend wurden für die 154 Teilgebiete - Cluster, in denen ähnliche Voraussetzungen vorliegen, sogenannte Zielfotos entworfen. Sie zeigen die aktuelle Situation der Wärmeversorgung auf und welche Möglichkeiten es für eine künftig klimaneutrale Wärmeversorgung gibt. Dabei wurde auch geschaut, ob eine Versorgung über ein Nahwärmenetz sinnvoll ist oder nicht. Die Steckbriefe mit Informationen zur aktuellen und möglichen, künftigen Wärmeversorgung für die 154 Teilgebiete können sie auf dieser Seite herunterladen.

Für die nächsten fünf Jahre wurden fünf Maßnahmen festgelegt, mit denen begonnen werden soll. Dazu gehören:

  • ein Stromnetzcheck
  • Machbarkeitsstudie Wärmenetz Innenstadt
  • Machbarkeitsstudie Wärmenetz Gewerbegebiet zwischen Steingau- und
  • Hegelstraße
  • Machbarkeitsstudie Wärmenetz Schafhof
  • Machbarkeitsstudie Wärmenetz Nabern

Zudem sind begleitende Maßnahmen geplant, wie Informations- und Beratungsangebote zur energetischen Sanierung von Gebäuden sowie zur Effizienzsteigerung in Unternehmen, dem Ausbau der Photovoltaik oder die bessere Nutzung von vorhandenem Wohnraum.

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