Nahwärmenetz-Eignungsgebiet Innenstadt

Die Innenstadt Kirchheims (Cluster 69, 70, 71, 92 und 96) umfasst rund 670 Gebäude, mit einem Endenergiebedarf an Wärme von 27.000 MWh/a. Die Wärmeversorgung erfolgt heute hauptsächlich dezentral durch Erdgas. Die Innenstadt zeichnet sich durch einen hohen Anteil an denkmalgeschützten Gebäuden und erhaltenswerter Bausubstanz aus. Die energetische Sanierung dieser Gebäude ist in der Regel besonders anspruchsvoll und kostenintensiv. Die dezentrale Wärmeerzeugung zum Beispiel über Wärmepumpen ist ebenfalls schwierig, da durch die hohe Bebauungsdichte kaum Flächen für die Erschließung von Umweltwärmequellen wie Außenluft oder Geothermie vorhanden sind. Auch sind die notwendigen Vorlauftemperaturen zur Versorgung der Gebäude relativ hoch, um sie über eine Wärmpumpe effizient zu versorgen. 

Die Wärmeversorgung über ein Wärmenetz hat den Vorteil, dass kein Platz für Wärmeerzeugungsanlagen bei den Gebäuden in der dicht bebauten Innenstadt benötigt wird. Vielmehr wird die Wärme in einer Heizzentrale erzeugt, die sich in räumlicher Nähe zum Innenstadtbereich befinden kann. 

Eine detaillierte Karte zeigt ein städtisches Gebiet mit klar markierten Grenzen, die unterschiedliche Zonen oder Stadtteile darstellen.
© GeoBasis-DE / BKG (2026) CC BY 4.0

Lage des Nahwärmenetz-Eignungsgebietes Innenstadt 

Machbarkeitsstudie Innenstadt

Im November 2024 wurde die Firma EGS-plan beauftragt eine vertiefende Machbarkeitsstudie für das Netzeignungsgebiet Innenstadt durchzuführen. Davon liegen erste Ergebnisse der Studie vor.

Potential an erneuerbaren Wärmequellen

In der Nähe der Innenstadt gibt es keine Flächen, die ausreichend groß sind, um die Wärme für ein Wärmenetz über Erdsonden oder über die Außenluft zu gewinnen. Auch das Potential Abwärme aus der Kanalisation zu gewinnen ist nur gering. Deshalb wird die Wärmegewinnung über Biomasse in Form von Holzhackschnitzel priorisiert. Zudem gibt es eine Fläche, die für ein Erdsondenfeld und die Aufstellung von Luft-Wasser Großwärmepumpen geeignet ist. Auf dieser Fläche könnte die Wärme für die Innenstadt und für das Gewerbegebiet Steingau-/Hegelstrasse gewonnen werden.

Standorte für eine Heizzentrale

Als mögliche Standorte für eine Heizzentrale wurden sieben Standorte untersucht. Im Ergebnis ist ein Standort am Güterbahnhof Kirchheim die günstigste Option. Ein großer Vorteil dieses Standorts ist außerdem, dass er sich ungefähr gleich weit vom Nahwärmenetzgebiet Innenstadt und Gewerbegebiet Steingau-/Hegelstrasse entfernt befindet. Damit könnte die Heizzentrale für beide Nahwärmenetze genutzt werden. Gleichzeitig wäre das Hackschnitzelheizkraftwerk die Absicherung für die zweite Heizzentrale, die über Erdwärme- und Außenluft-Wärmepumpen versorgt würde. Deshalb haben die Machbarkeitsstudien zu den beiden Wärmenetzeignungsgebieten einen engen Zusammenhang und werden gemeinsam betrachtet.

Länge der Netztrasse

Für das Nahwärmenetz Innenstadt wird mit einem Netz-Trassenlänge von circa 9,0 km gerechnet. Davon wären 6,7 km Verteilleitungen und 2,3 km Hausanschlussleitungen.

Die Karte zeigt ein urbanes Gebiet mit zwei markierten Zonen in Rosa, nummeriert als 1 und 2, die potenzielle Heizzentralen darstellen, sowie zwei größeren, weiß umrandeten Gebiete, die die Innenstadt und das Gewerbegebiet darstellen.

1  Heizzentralen-Standort Bahnhofsareal

  • Nutzt Nähe zu Gewerbegebiet und Innenstadt
  • Nach Abstimmung mit Stadtwerken und Stadtplanungsamt favorisiert
  • Künftige Einbeziehung in Stadtplanung Güterbahnhof und/oder Bahnhofsareal

2 Freifläche südlich der Bahntrasse

  • Aktuell: Landwirtschaftliche Fläche
  • Nutzung Geothermie und Landwirtschaft möglich
  • Technikfläche und Luft/Wasser-Wärmepumpen

Wie ist der weitere zeitliche Ablauf?

Aktuelles

Machbarkeitsstudie Innenstadt und Gewerbegebiet: Zwischenbericht im Gemeinderat

In der Gemeinderatsstizung am Mittwoch, den 17.12.2025, wurden seitens der Stadtwerke Kirchheim unter Teck und dem Planungsbüro EGS-Plan die ersten Zwischenergebnisse der derzeit laufenden Machbarkeitsstudien zu den Nahwärmenetzeignungsgebieten in der Kirchheimer Innenstadt und im Gewerbegebiet zwischen Steingau-- und Hegelstraße vorgestellt. Als Zeitpunkt für den Abschluss aller vier Bauabschnitte geht die Machbarkeitsstudie vom Jahr 2043 aus. Auch die Kosten sind erheblich. Zum jetzigen Zeitpunkt wären es 58,5 Millionen Euro. Zu finanzieren wäre dieses Paket einerseits durch Fördermittel, die in Aussicht stehen. Andererseits ist an ein Wärmenetz-Kooperationsmodell gedacht, an dem sich außer den Stadtwerken auch andere Investoren beteiligen.

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